Voodoo Priest Volcano – Glut-Rum | Rum-Tasting 🥃 Die Rache des Voodoo Priesters

Voodoo Priest Volcano – Glut-Rum | Rum-Tasting 🥃 Die Rache des Voodoo Priesters

Der heutige Rum ist eine Seelen-Vase, ein handgeschöpfter böser Gruß an die Voodoo-Götter, die ihn in Ungnade haben fallen lassen. Ihn, den Voodoo Priester, den Herrscher der imaginären karibischen Insel Shango Cay, einer mystischen Vulkan-Insel mitten im Pazifik.
Ihr ahnt es schon: Auch der “Glut-Rum” des Voodoo-Priesters ist einer der Story-Rums des Unternehmens Copper and Brave, das in Bremerhaven ansässig ist.

Heute taste ich für Euch den Voodoo Priest Volcano von Copper & Brave.

3.5/5
Süße
4.5/5
Würze
4.5/5
Milde
2/5
Frucht
4/5
Rauch
1/5

Vor kurzem habe ich Euch den Voodoo Priest, den welteinzigen Ritual-Rum von der imaginären Insel Shango Cay vorgestellt. Der Pilot eines abgestürzten Postflugzeugs war auf der Insel des Voodoo Priesters gestrandet und wurde in dessen okkulte Rituale eingebunden.

Aber der Priester strebt nach mehr:
Er ist aufgrund seiner Praktiken bei den Voodoo Göttern in Ungnade gefallen und sucht sich nun an ihnen zu rächen, mehr noch sich über sie zu erheben.
Langsam schlurft er innerlich zerrissen zum Rand des zornigen Vulkans seiner kleinen Insel. Er opfert dem Berg kleine Knochen und unheilige Verse, deren Worte selbst ihn schaudern und unwillkürlich grinsen lassen.
Murmelnd zieht er eine weitere Flasche durch den glutroten, flüssigen Stein – eine weitere Seelen-Vase und versiegelt sie mit schwarzer Galle.

Sie ist einem weiteren Loa, einem fast allmächtigen Voodoo Gott, als unüberwindbarer Kerker zugedacht. Er hatte sich fest vorgenommen, den Hochmut der Götter, die ihn hatten in Ungnade fallen lassen, einzuäschern und ihnen eine Lektion für die nächsten Jahrzehnte zu erteilen.
Er würde ihre Macht zerschlagen und alleine als Gran Voodoo über die gesamte bekannte Welt herrschen.

Beim Voodoo Priest Volcano handelt es sich um eine Spirituose auf Rum Basis, die mit 47% Vol. daher kommt.
Der orange-trübe Inhalt der aufwendig verzierten Seelen-Vasen besteht aus Jamaica- und Martinique-Rum, den man mit Zucker und natürlichen Aromen von Ingwer, Citrus, Blutorangen, Zimt und Vanille verfeinert hat.

Schauen wir uns eine dieser Seelen-Vasen etwas genauer an.

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Es handelt sich um eine Weißglasflasche, mit trübem, dunkelorangefarbenem Inhalt. Eindeutig flüssige Lava ;-).
Vorn auf der reichhaltig verzierten Flasche sehen wir einen schlohweißen, unheilvollen Abdruck der Priesterhand. Auf dem Handabdruck gruslig die Inschrift “Volcano”, darüber “Voodoo Priest”.

Insgesamt ist die Flasche überall mit schwarzer Farbe, beziehungsweise Galle beschmiert. Ich nehme an, es handelt sich um eine Art nicht aushärtendes Siegelwachs: Der Flaschenboden ist schwarz verschmiert, ebenso der Hals und überall auf der Flasche finden sich ebenfalls klebrig weiche schwarze Flecken und Fragmente. Als Zeugnis der sie umgebende Geschichte ist dieses Deko bestens geeignet, beim Verschenken sollte man jedoch etwas mit dem Verpacken der Flasche aufpassen.

Voodoo Priest Volcano
Voodoo Priest Volcano

Unter dem versiegelten Flaschenhals können wir eine Umwickelung mit einem Hanffaden erkennen. Es wird nicht komplett von der Galle bedeckt. Am Faden hängen mehrere okkulte Gegenstände: Die gusseiserne Nachbildung einer Amulett-Kralle, eine schwarze Feder und ein pechschwarzes Säckchen mit rituellem Knochenbruch verfluchter Geisterwesen, das die Flasche grotesk geflochten am Hals stranguliert.

Genug von der Flasche. Lasst uns den Tanz auf dem Vulkan beginnen!

Nase:
Ich rieche sofort beim Einschenken die fruchtige Note der Blutorange, gepaart mit Vanille, etwas Zimt und auf jeden Fall den Ingwer. Es riecht sehr süß, fruchtig und flüchtig scharf nach Ingwer und über allem schwebt ein leicht rauchiges Bouquet.

Prost!

Geschmack und Nachklang:
Wow! Der Volcano entfacht beim ersten Schluck seine volle Macht: Er schmeckt fruchtig, nach Blutorange. Der Alkohol gibt ihm ein kräftiges Volumen und die Schärfe des Ingwers schießt einem förmlich in die Nase.
So schnell wie es geschehen ist, ist es auch bereits wieder vorbei. Eine wohlig süße, feurige Würze, mit auffallend rauchigem, langem Abgang macht sich im Mundraum breit. Dann verabschieden sich langsam die Blutorange und der Hauch von Vanille. Das war eine interessante Reise.

Fazit:
Dieser Rum ist etwas für Sammler, für die, die das Thema Rum nicht zu enthusiastisch ernst nehmen, sondern sich an einer Geschichte begeistern können, die absolut durchdacht und in sich schlüssig schaurig ist.
Wie alle Spirituosen von Copper & Brave überzeugen mich in erster Linie die detailverliebte, kompromisslos aufwendige Aufmachung und deren gesamtes Drumherum. Das alleine wird ihm aber gar nicht gerecht, denn auch wenn wir über die eigentliche Rum Basis wenig erfahren, handelt es sich doch um gute Regionen aus denen er stammt. Kurzum: Es ist ein Story-Rum und als solcher sollte er gewürdigt werden. Wer einen Single Cast aus den Bergen von Guatemala, ungezuckert, nicht gefärbt und nicht aromatisiert sucht, ist hier falsch und möge dem Priester tunlichst ausweichen.
Wer aber einen Rum sucht, der Omi´s Kaffeekränzchen sprengt und mit Sicherheit die toten Geister auf jeder Party weckt, der ist mit dieser Flasche sehr gut beraten.