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Voodoo Priest Volcano – Glut-Rum 47% | Rum-Tasting ­čąâ Die Rache des Voodoo Priesters

Der heutige Rum ist eine Seelen-Vase, ein handgesch├Âpfter b├Âser Gru├č an die Voodoo-G├Âtter, die ihn in Ungnade haben fallen lassen. Ihn, den Voodoo Priester, den Herrscher der imagin├Ąren karibischen Insel Shango Cay, einer mystischen Vulkan-Insel mitten im Pazifik.
Ihr ahnt es schon: Auch der „Glut-Rum“ des Voodoo-Priesters ist einer der Story-Rums des Unternehmens Copper and Brave, das in Bremerhaven ans├Ąssig ist.

Heute taste ich f├╝r Euch den Voodoo Priest Volcano von Copper & Brave.

3.5/5
S├╝├če
4.5/5
W├╝rze
4.5/5
Milde
2/5
Frucht
4/5
Rauch
1/5

Vor kurzem habe ich Euch den Voodoo Priest, den welteinzigen Ritual-Rum von der imagin├Ąren Insel Shango Cay vorgestellt. Der Pilot eines abgest├╝rzten Postflugzeugs war auf der Insel des Voodoo Priesters gestrandet und wurde in dessen okkulte Rituale eingebunden.

Aber der Priester strebt nach mehr:
Er ist aufgrund seiner Praktiken bei den Voodoo G├Âttern in Ungnade gefallen und sucht sich nun an ihnen zu r├Ąchen, mehr noch sich ├╝ber sie zu erheben.
Langsam schlurft er innerlich zerrissen zum Rand des zornigen Vulkans seiner kleinen Insel. Er opfert dem Berg kleine Knochen und unheilige Verse, deren Worte selbst ihn schaudern und unwillk├╝rlich grinsen lassen.
Murmelnd zieht er eine weitere Flasche durch den glutroten, fl├╝ssigen Stein – eine weitere Seelen-Vase und versiegelt sie mit schwarzer Galle.

Sie ist einem weiteren Loa, einem fast allm├Ąchtigen Voodoo Gott, als un├╝berwindbarer Kerker zugedacht. Er hatte sich fest vorgenommen, den Hochmut der G├Âtter, die ihn hatten in Ungnade fallen lassen, einzu├Ąschern und ihnen eine Lektion f├╝r die n├Ąchsten Jahrzehnte zu erteilen.
Er w├╝rde ihre Macht zerschlagen und alleine als Gran Voodoo ├╝ber die gesamte bekannte Welt herrschen.

Beim Voodoo Priest Volcano handelt es sich um eine Spirituose auf Rum Basis, die mit 47% Vol. daher kommt.
Der orange-tr├╝be Inhalt der aufwendig verzierten Seelen-Vasen besteht aus Jamaica- und Martinique-Rum, den man mit Zucker und nat├╝rlichen Aromen von Ingwer, Citrus, Blutorangen, Zimt und Vanille verfeinert hat.

Schauen wir uns eine dieser Seelen-Vasen etwas genauer an.

Es handelt sich um eine Wei├čglasflasche, mit tr├╝bem, dunkelorangefarbenem Inhalt. Eindeutig fl├╝ssige Lava ;-).
Vorn auf der reichhaltig verzierten Flasche sehen wir einen schlohwei├čen, unheilvollen Abdruck der Priesterhand. Auf dem Handabdruck gruslig die Inschrift „Volcano“, dar├╝ber „Voodoo Priest“.

Insgesamt ist die Flasche ├╝berall mit schwarzer Farbe, beziehungsweise Galle beschmiert. Ich nehme an, es handelt sich um eine Art nicht aush├Ąrtendes Siegelwachs: Der Flaschenboden ist schwarz verschmiert, ebenso der Hals und ├╝berall auf der Flasche finden sich ebenfalls klebrig weiche schwarze Flecken und Fragmente. Als Zeugnis der sie umgebende Geschichte ist dieses Deko bestens geeignet, beim Verschenken sollte man jedoch etwas mit dem Verpacken der Flasche aufpassen.

Voodoo Priest Volcano
Voodoo Priest Volcano

Unter dem versiegelten Flaschenhals k├Ânnen wir eine Umwickelung mit einem Hanffaden erkennen. Es wird nicht komplett von der Galle bedeckt. Am Faden h├Ąngen mehrere okkulte Gegenst├Ąnde: Die gusseiserne Nachbildung einer Amulett-Kralle, eine schwarze Feder und ein pechschwarzes S├Ąckchen mit rituellem Knochenbruch verfluchter Geisterwesen, das die Flasche grotesk geflochten am Hals stranguliert.

Genug von der Flasche. Lasst uns den Tanz auf dem Vulkan beginnen!

Nase:
Ich rieche sofort beim Einschenken die fruchtige Note der Blutorange, gepaart mit Vanille, etwas Zimt und auf jeden Fall den Ingwer. Es riecht sehr s├╝├č, fruchtig und fl├╝chtig scharf nach Ingwer und ├╝ber allem schwebt ein leicht rauchiges Bouquet.

Prost!

Geschmack und Nachklang:
Wow! Der Volcano entfacht beim ersten Schluck seine volle Macht: Er schmeckt fruchtig, nach Blutorange. Der Alkohol gibt ihm ein kr├Ąftiges Volumen und die Sch├Ąrfe des Ingwers schie├čt einem f├Ârmlich in die Nase.
So schnell wie es geschehen ist, ist es auch bereits wieder vorbei. Eine wohlig s├╝├če, feurige W├╝rze, mit auffallend rauchigem, langem Abgang macht sich im Mundraum breit. Dann verabschieden sich langsam die Blutorange und der Hauch von Vanille. Das war eine interessante Reise.

Fazit:
Dieser Rum ist etwas f├╝r Sammler, f├╝r die, die das Thema Rum nicht zu enthusiastisch ernst nehmen, sondern sich an einer Geschichte begeistern k├Ânnen, die absolut durchdacht und in sich schl├╝ssig schaurig ist.
Wie alle Spirituosen von Copper & Brave ├╝berzeugen mich in erster Linie die detailverliebte, kompromisslos aufwendige Aufmachung und deren gesamtes Drumherum. Das alleine wird ihm aber gar nicht gerecht, denn auch wenn wir ├╝ber die eigentliche Rum Basis wenig erfahren, handelt es sich doch um gute Regionen aus denen er stammt. Kurzum: Es ist ein Story-Rum und als solcher sollte er gew├╝rdigt werden. Wer einen Single Cast aus den Bergen von Guatemala, ungezuckert, nicht gef├Ąrbt und nicht aromatisiert sucht, ist hier falsch und m├Âge dem Priester tunlichst ausweichen.
Wer aber einen Rum sucht, der Omi┬┤s Kaffeekr├Ąnzchen sprengt und mit Sicherheit die toten Geister auf jeder Party weckt, der ist mit dieser Flasche sehr gut beraten.