Cañero 12 Sauternes Cask Finish | Rum-Tasting 🥃 Rum aus dem Süßwein-Fass

Cañero 12 Sauternes Cask Finish | Rum-Tasting 🥃 Rum aus dem Süßwein-Fass

Hier auf Rumtastisch habt Ihr bereits Rums kennen gelernt, die in Sherry Fässern, in Bodeaux-Fässern und auch in Port-Fässern gefinished wurden.
Dies ist der erste Rum auf diesem Kanal, der zuletzt in Sauternes-Fässern gelagert wurde. Man darf also gespannt sein.

Heute taste ich für Euch den Ron Canero 12 Solera Ron Dominicano Sauternes Finish.

4/5
Süße
4.5/5
Würze
3/5
Milde
4/5
Frucht
0.5/5
Rauch
0/5

Wie der Name des Rums bereits vermuten lässt, wird er in der Dominikanischen Republik hergestellt und dort gelagert.
Er wird im Solera-Verfahren gefertigt, was bedeutet, dass der Rum bildlich gesprochen in einer Art Fass-Pyramide gelagert wird und regelmäßig ein Teil neuen Rums oben nachgefüllt wird, während der bereits ältere Rum unten in der letzten Reihe abgefüllt wird. Wie alt genau das Ergebnis am Ende ist, weiß niemand genau, aber es wurden Rum, der bis zu 12 Jahre alt ist, mit mittelaltem und jungem Rum geblendet.

Das ist nicht ganz so edel, wie bei einem Rum mit festem Alter, aber das tut dem Geschmack am Ende trotzdem keinen Abbruch, denn das Alter ist letztendlich nur ein Kriterium, zum Beispiel neben der Qualität des Herstellungsverfahrens, den Zutaten und des Finishs.

Was ich sehr spannend finde, ist aber das anschließende Finish:
Kein Portweinfass, kein Whisky-Finish, nein: Der Rum wird anschließend in einem Weinfass aus Sauternes gefinished.

“Sauternes ist ein französisches Weinbaugebiet und bekannt für seinen edelsüßen Weißwein. Es gehört zum Anbaugebiet Bordeaux. Bei der namensgebenden Gemeinde Sauternes befinden sich 1669 Hektar und bei Barsac 605 Hektar Rebfläche. Durch Sauternes fließt der kleine Fluss Ciron, dessen kaltes Quellwasser sich in das wärmere Wasser der Garonne ergießt und im Herbst Nebel bildet, der gute Voraussetzungen für den Edelfäule-Pilz Botrytis cinerea zur Erhöhung des Zuckergehalts der Weintrauben bietet.”
[Quelle: Wikipedia] https://de.wikipedia.org/wiki/Sauternes_(Weinbaugebiet)

Wie also schmeckt ein Rum, der in einem französischen Süß-Wein-Fass gelagert wurde?
Bevor wir das klären, schauen wir uns gemeinsam die Flasche an.

Sie wirkt sehr simpel, schlicht, sehr aufgeräumt. Sie ist rund, gefertigt aus Weißglas, flacher Boden. Der Korken ist schwarz versiegelt, mit dem Aufdruck “Canero”. Unter einem rund gezackten Emblem mit einer Karte der Dominikanischen Republik, klebt das weiße Label, dessen Hintergrund ein Zuckerrohr-Feld zeigt. Darauf in großen Buchstaben der Name des Rums: “Canero”

Unter diesem Namen sehen wir eine Art rechteckiges gelbes Siegel: “Origen Dominicano” “12”, darunter “Sauternes Cask Finish” kreiert von Juan Alberto Alvarez.
Der Rum wirkt relativ hell, was ich sehr schlüssig finde, weil der Wein aus Sauternes weiß ist und das Fass daher wenig Farbe abgegeben konnte.

Ron Canero 12 anos
Ron Canero 12 anos

Der Rum, so können wir einem Text des Geschenkkartons entnehmen, ist übrigens eine Hommage an die ehrenwerten Landsleute der Dominikanischen Republik. Mit ihrem Einsatz unermüdlich das Zuckerrohr anzupflanzen, zu ernten und zu verarbeiten, konnte der Ron Canero zu dem werden, was er heute ist.
Die gesamte Aufmachung der Flasche und des Kartons sollen daran erinnern. Zudem haben die Masterblender bei der Herstellung dieses Rums immer den edlen Rum auf Zuckerrohr-Basis vor Augen gehabt, auch wenn der Canero ein traditionell spanischer Melasse-Rum ist.

Genug von der Flasche, kommen wir zum Tasting.

Der Canero riecht sehr angenehm, sanft, geradezu weich, mit einer angenehmen Süße und einer auffälligen Fruchtigkeit. Es erinnert mich an den Geruch von Zuckerrohr.
Der fruchtige Geruch hängt sicherlich mit den Weinfässern zusammen, die das Traubenaroma an den Rum abgegeben haben.

Prost!

Der Geruch spiegelt sich im Geschmack wieder: Er ist sehr weich, geschmeidig im Mund und auffallend fruchtig. Er schmeckt angenehm süß, bringt aber auch die alkoholische Stärke mit. Ich schmecke, Honig, Traube, Rosinen, helles Holz und einen sanften Abgang.
Alles in Allem sehr angenehm.

Fazit:
Ich finde es interessant, wenn Rum in unterschiedlichen Fässern gefinished wird und kann mir vorstellen, dass grade für jemanden, der gerne Wein trinkt, diese Brücke seine sein könnte. Der sonst so sanfte Dominikanische Rum erhält durch seine außergewöhnliche Nachlagerung eine interessante Fruchtigkeit. Sollte man mal probiert haben.