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Remedy Spiced Rum 41,5% | Rum-Tasting ­čąâ Dieser Rum sollte apothekenpflichtig sein! ­čśä

In der Prohibition der 20er Jahre waren die Amerikaner erfinderisch, was den den Import und die Herstellung von Alkohol betraf. So genannte Speakeasys, Moonshinings und Pipelines gab es zu Hauf. Die Form der heutigen Flasche erz├Ąhlt eine der Legenden dieser Zeit. Was es mit ihr auf sich hat und was Speakeasys genau sind, das erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Heute taste ich den Remedy Spiced Rum.

4.5/5
S├╝├če
2.5/5
W├╝rze
3.5/5
Milde
4/5
Frucht
2/5
Rauch
1/5

Die goldenen 20er stehen f├╝r den wirtschaftlichen Aufschwungs Deutschland, aber vor allem auch in den USA. Gold, polierte Autos, Prunk, feine Kleider, Menschen die in Nachtklubs ausgelassen und wild zu schriller Musik feiern – diese Bilder verbinde ich mit den 20ern.
Dem Staat wurde dies irgendwann zu wild und so kam es von 1920-1930 zur Prohibition, einem absoluten Alkohol und Drogenverbot in Amerika.

Doch die Menschen waren erfinderisch: Es gab sogenennte “Pipelines” auf deren Wegen Alkohol heimlich aus Kuba auf Yachten nach Florida und von dort aus ins ganze Land geschifft wurde. “Moonshining”, also die n├Ąchtliche Alkohol Destillation im Keller oder Hinterhof, war an der Tages-, bzw Nachtordnung und Speakeasys – die Fl├╝sterkneipen, gab es zu Hauf.
Allein in New York stieg die Anzahl der Fl├╝sterkneipen von 1922 bis 1927 von rund 5.000 auf 30.000.
Andere Sch├Ątzungen f├╝r 1927 gehen sogar von 30.000 bis 100.000 Speakeasy-Clubs aus.
Die illegale Produktion und Verbreitung von Alkohol verlief so rasant, dass die Regierung mit den Kontrollen nicht mehr hinterher kam.
Zudem hatte die Staatsgewalt nicht die Mittel und den Willen, jede Grenze, jeden Fluss oder See und jedes Speakeasy in Amerika zu ├╝berwachen und zu schlie├čen.

Remedy Spiced Rum
Remedy Spiced Rum

Zu dieser Zeit, so erz├Ąhlt es die Legende verfeinerte der findige Alchemist Frank M. Farrington einen Rum mit ausgew├Ąhlten Gew├╝rzen und f├╝llte ihn in Apotheker-Flaschen, die er anschlie├čend in seiner New Yorker Drogerie Farrington┬┤s Drugstore als “Remedy”, zu Deutsch “Heilmittel” verkaufte.
Durch geschicktes Marketing und Mundpropaganda schaffte er es in die Speakeasy-Bars und auf exklusive Feste, wo er hinter verschlossenen T├╝ren genossen wurde und war eines Tages aus der Party- und Bar-Szene der wilden 20er nicht mehr weg zu denken.

Der heutige Remedy Rum, den es erst wieder seit 2018 gibt, wird aus Rum aus Trinidad, Barbados und der Dominikanischen Republik hergestellt und mit ausgew├Ąhlten nat├╝rlichen Gew├╝rzen wie Vanille, Orangenschale, Zimt und Pfeffer verfeinert.

B├Âse Zungen behaupten er sei “lediglich ein billiger Spiced Rum” und des Namens “Rum” nicht w├╝rdig.
Ich sehe das jedoch anders: Auf jeder Feier gibt es die eine “kann man diesen Rum auch mit Cola mischen?” – Person, die man mit Remedy, dessen Design, seiner Geschichte und seinem feinen Geschmack ├╝berzeugen und vielleicht sogar zum Rum-Genie├čer bekehren kann.

So viel zur Geschichte des Remedy┬┤s, schauen wir uns die Flasche genauer an.

Die gesamte Design ist einer Apotheken-Flasche, inklusive alt wirkender Etikettierung auf der Vorderseite nachempfunden. ├ťberall auf dem Label finden sich Apotheken-Symbole, Bilder von Kr├Ąutern und Aufschriften. Wir sehen eine alte Waage und die bekannte, am ├äskulap-Stab empor gleitende Schlange. Vorne in gro├čen Lettern “Remedy”, darunter in roter Schrift der Zusatz “Spiced Rum” und ├╝ber all dem, am Rand des Etiketts der Schriftzug “Ones forbitten, now reborn.”
Auf der R├╝ckseite lesen wir noch einmal die Geschichte der 20er und die des Remedys und am Hals der Flasche sehen wir ein kleines Etikett, das wie eine Gebrauchs- oder Dosier-Anweisung aussieht und Mix-Rezepte f├╝r Remedy beinhaltet.

Kommen wir endlich zum Inhalt.

Der Rum kommt kupferfarbend aus der Flasche. Ich w├╝rde den Ton als hellen Bernstein bezeichnen.

Bei der ersten Nase umschmeichelt eine auffallende Fruchtigkeit nach Orangenschale und Vanille die Selbige. Das prophezeite Eichenholz bleibt bei mir leider aus, daf├╝r riecht er leicht, fruchtig und nach pr├Ąsenter Vanille.

Prost!

Das macht einen sehr w├╝rzigen Eindruck. Ich schmecke bittere Orange, Vanilie und Schokolade. Sehr lange anhaltend und auffallend s├╝├č.

Fazit:
Der Remedy ist ein Spiced Rum, der sich als solcher nicht verstecken muss. Im Gegenteil: Seine W├╝rze, die Fruchtigkeit und sein s├╝├čer ehrlicher Geruch und Geschmack nach Vanille, Orangenschale und Schokolade muss nicht nur als Mix-Grundlage dienen, sondern darf gerne auch pur genossen werden.
Nat├╝rlich ist er als “Spice” dem Hohn des Enthusiasten ausgesetzt, aber ein wahrer Rum-Liebhaber sollte meiner Meinung nach eine h├Âhere, fassettenreichere Akzeptanz-Schwelle und Erfahrungs-Bereitschaft haben. Dieser Rum wird einer breiten Masse schmecken und eignet sich grade auch aufgrund des Designs und seiner Geschichte wunderbar als (Party-) Geschenk.

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