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Remedy Pineapple 40% | Rum-Info & Tasting ­čąâ | „The Tropical Treasure“ ­čöŐ

Der heutige Rum ist ein lange verloren geglaubtes Rezept aus der amerikanischen Prohibition der sp├Ąten 20er Jahre.

Die s├╝├če Essenz der exotischen Tropenk├Ânigin trifft auf das Beste aus Trinidad & Tobago, Barbados und der Dominikanischen Republik.

Heute taste ich f├╝r Euch den Remedy Pineapple.

4.0/5
S├╝├če
4/5
W├╝rze
3/5
Milde
3/5
Frucht
4.5/5
Rauch
0.5/5

In der damaligen Prohibition war es in Amerika verboten, Alkohol zu kaufen oder auszuschenken.
Aber die Menschen wussten sich zu helfen und so entstanden zum einen umfangreiche Schmugglerrouten, die den Alkohol f├╝r die n├Ąchtliche Partyszene aus Nachbarl├Ąndern, wie zum Beispiel Kuba importierten, zum anderen destillierten immer mehr Hobbychemiker und T├╝ftler ihren eigenen Alkohol, heimlich und nat├╝rlich verbotener Weise, in ihrem eigenen stillen K├Ąmmerlein. Die sogenannte Moonshining-Szene wuchs exorbitant an.┬á

Ausgeschenkt wurde in so genannten Fl├╝sterkneipen, kleinen als Bar hergerichteten Hinterzimmern, in die man oft nur durch Einladung anderer gelangte. Die ganze Szene wuchs derma├čen schnell, dass die Polizei und die Stadt├Ąmter weder dazu in der Lage, noch willens waren, sich um alle diese Vergehen zu k├╝mmern.

Genau in dieser Zeit kreierte ein findiger Drogerist und begnadeter Alchemist namens Frank M. Farrington eine Essenz aus Kr├Ąutern und Destillaten, f├╝llte es in Apothekerflaschen ab, nannte es „Remedy“, was so viel wie „Heilmittel“ bedeutete und verkaufte es in seiner Drogerie als solches. Der Remedy gewann durch die Fl├╝sterkneipen-Szene und sp├Ąter dadurch, dass er im Moulin Rouge ausgeschenkt wurde, schnell immer mehr an Weltruhm.

Soweit die Legende.
Nun ist wie eingehend erw├Ąhnt ein anderes, lange verschollen geglaubtes Rezept des Frank M. Farringtons wieder aufgetaucht.
Einst begab er sich von der eigenen Ladentheke zu seinem liebsten Obsth├Ąndler und erblickte dort die exotische „Tropenk├Ânigin“, eine Ananas, die ihn zu seinem n├Ąchsten Geniestreich inspirierte.

In sein heimisches Labor zur├╝ckgekehrt pr├Ąparierte er die s├╝├če gelbe Frucht und gewann durch das auskochen ihres Fruchtfleischs einen gehaltvollen schmackhaften Sud.
Diesen verm├Ąhlte er mit einem schon lange im Regal stehenden Blended Rum, der das Beste aus verschiedenen Rums von Trinidad & Tobago, Barbados und der Dominikanischen Republik enthielt und kreierte so den „Remedy Pineapple“, einen Blended Rum mit feiner Ananas-Note.

Schauen wir uns die Flasche einmal etwas genauer an.

Sie sieht aus, wie ihre beiden Schwestern, die Flasche des Remedy Spiced Rums und die des Remedy Elixiers.
Das Design ist einer alten Apothekerflasche, so wie sie dort damals mit vielerlei Essenzen in den Regalen standen nachempfunden. Sie besitzt einen Korken und sogar ein kleines Etikett, auf dem, w├Ąre es eine echte Apothekerflasche, der Inhalt und die Dosierung angegeben w├Ąre. Mit der Dosierung hat auch das heutige Etikett zu tun, nur geht es bei Remedy Pineapple darum, die feinsten Cocktails mit ihm zu kreieren.

Remedy Pineapple
Remedy Pineapple

Das Label einer Remedy-Flasche sieht einfach urig und apothekenhaft aus, nur wirkt es dieses Mal irgendwie frischer und tropischer:
Normalerweise sind die Etiketten der Remedys eher grau bis beige und sind altem Papier nachempfunden, umrandet wird das Etikett von vielen medizinischen Details, Heilkr├Ąutern und der bekannten Apothekenschlange, dem ├äskulapstab. Nicht so beim Remedy Pineapple. Das Etikett ist in einem feinen hellgr├╝n gehalten. Statt auffallend vielen medizinischen Motiven schm├╝cken Anans das Etikett. Der Rahmen ist gelb und dunkelgr├╝n abgesetzt.
In der Mitte lesen wir wie immer in gro├čer Schrift, quer ├╝ber die Flasche „Remedy“ darunter „Pineapple“. Oben am Rand des Etiketts lesen wir „The Tropical Treasure“ – „Tropenschatz“, am unteren Rand das Gleiche wie auf allen Remedy-Flaschen: „Spirit Drink“. Besonders am├╝sant finde ich die persiflierte Version des ├äskulapstabs: Eine kr├Ąftige Schlange, die sich gef├Ąhrlich zischelnd um eine gro├če, reife Ananas windet.
Nicht zu vergessen die Unterschrift Frank M. Farringtons, unter der, was er Rechts auf dem Flaschen-Etikett „Rezept-Pr├╝fnummer“ nennt.
Das ist Medizin, die ich bestimmt lieben lernen werde!

Genug von der Flasche, wir widmen uns dem Inhalt.

Nase:
Ich rieche milde Noten von w├╝rziger Ananas, vollreif und s├╝├č, sehr fruchtig. Dazu gesellt sich Vanille. Es riecht sehr angenehm, ausgewogen und nicht scharf.

Geschmack und Nachklang:
Im Mund begr├╝├čt mich eine w├╝rzige, feinherbe S├╝├če und deutlich fruchtige, reife Ananas. Der Geschmack ist langanhaltend wohlig, w├╝rzig und ein klein bisschen nach Vanille. Im Abgang schmecke ich einen Hauch von Bittermandel, sehr angenehm!

Fazit:
Alle S├╝├črum-Liebhaber und die, denen bereits der Remedy Spiced Rum gemundet hat, werden den Remedy Pineapple lieben. Er ist aufgrund der Tropenk├Ânigin deutlich fruchtig und eignet sich sicherlich hervorragend zum Mischen mit Cola oder in anderen Cocktails. Danke lieber Geist des Frank M. Farringtons, dass dieses hervorragende Rezept nach all der Zeit wieder aufgetaucht ist.

­čÄž┬áVideos ÔÇô RumPod:
Hier findest Du das Tasting-Video dieses Rums als Audio-Podcast aufbereitet und oben kannst Du Dir den Blogbeitrag dieser Seite als „Blog-RumPod“ anh├Âren.

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