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Plantation Guatemala XO (Amburana Cask Finish) Single Cask 50% | Rum-Tasting đŸ„ƒ

Der heutige Rum ist etwas ganz Besonderes, denn er wurde nicht bis zuletzt in EichenfÀssern gelagert, wie es normalerweise Usus ist. Enthusiasten und Sammler aufgepasst:

Heute taste ich fĂŒr Euch den Guatemala XO Amburana Rum von Plantation.

3.5/5
SĂŒĂŸe
2/5
WĂŒrze
4/5
Milde
1.5/5
Frucht
2/5
Rauch
0.5/5

Es ist nahezu immer so, dass Rum wie auch andere Spirituosen in EichenfÀssern gelagert werden.
Warum ausgerechnet die Eiche der Baum der Wahl ist und ob es theoretisch nicht auch das Holz eines anderen Baums getan hĂ€tte, konnte ich leider nicht final klĂ€ren. Allerdings liegt der Ursprung der Eichenholz-Verwendung wohl in der Weinanbauregion Burgund (Frankreich). Die Eiche wurde dort seit jeher fĂŒr den Bau von vielerlei Dingen verwendet. 

So wurden zum Beispiel Möbel, HĂ€user, natĂŒrlich FĂ€sser und sogar Schiffe immer nur aus Eichenholz gefertigt. Die Eiche und ihre Reise in die Welt war dank des Erfolgs des französischen Weins irgendwann nicht mehr weg zu denken und andere Spirituosenhersteller wollten den Erfolg und den bekannten Geschmack ĂŒbernehmen und nutzten daher ebenfalls Eiche.
Dieses Vorgehen ist super ökonomisch und der gesamte Weltmarkt hat sich darauf eingestellt. Der Experimentierfreude an verschiedenen Materialien und damit entstehenden Aromen steht es allerdings entgegen.

Guatemala ist ein Land, aus dem sehr leckerer Rum stammt.
Die Region ist etwas besonderes, denn das Zuckerrohr gedeiht auf dem nĂ€hrreichen Lavaboden bestens und die beinahe traditionelle Lagerung der RumfĂ€sser in den Bergregionen Guatemalas setzt den Rum, wĂ€hrend der Reifung ganz besonderen klimatischen Bedingungen aus: Ist es am Tage noch schwĂŒl heiß, so sinken die Temperaturen wĂ€hrend der Nacht rapide, nicht selten unter den Nullpunkt ab. Diese Lagerung bewirkt unter anderem das weniger Alkohol aus dem Fass entweicht und lĂ€ĂŸt zudem eine lĂ€ngere Reifung zu.

Mein heutiger Rum macht sich alles, was ich bis hierher erzÀhlt habe, zunutze beziehungsweise trotzt den Traditionen:
Der Plantation Guatemala XO macht sich als Erstes die außergewöhnliche Lagerung in seinem Herkunftsland zunutze. Hier lagert er fĂŒr eine leider nicht genau angegebene Zeit in (und an dieser Stelle bricht er noch nicht mit den Traditionen) amerikanischen Ex-BourbonfĂ€ssern. Nach seiner Verschiffung in die Keller des Herstellers Ferrand nach Frankreich wird er dort jedoch, und nun sind wir beim “Zweitens” angelangt, 6 Monate lang in Amburana-HolzfĂ€ssern gelagert.

Amburana-Holz, auch Cerejeira-Holz genannt ist laut der Homepage Holz-Henkel.com eines von zahlreichen sĂŒdamerikanischen Laubhölzern und ist relativ neu auf dem Holzmarkt. Es hat seine Verbreitung hauptsĂ€chlich im sĂŒdlichen Brasilien, am Amazonas, in Peru und von Bolivien bis ins nördliche Argentinien. In Brasilien findet Amburana-Holz Verwendung in der Industrie, bei Möbeln und auch bei der Herstellung von Furnieren. In Europa, und so schließt sich der Kreis, wird es jedoch immer öfter als Austauschprodukt fĂŒr Eiche genutzt.
Dieses interessante Experiment hat nun einen Jahrgangsrum hervorgebracht, der Enthusiasten und Sammler gleichermaßen anspricht. Er kommt in FassstĂ€rke und verspricht ein einzigartiges Aroma.
Ich bin gespannt.

Schauen wir uns zunÀchst einmal die Flasche genauer an.

Plantation Guatemala XO Amburana Fass Finish
Plantation Guatemala XO Amburana Fass Finish

Die Flasche besteht aus Weißglas, ist schlank, mit langem kegelförmigen Hals. Am Ende des Flaschenhals wurde das Plantation-Logo ins Glas gestempelt. Unten am Fuße der Flasche lesen wir in glĂ€sernen Großbuchstaben aufÂŽs Glas geprintet “PLANTATION”.
Die gesamte Flasche ist, wie bei Plantation-Flaschen ĂŒblich, mit einem grobmaschigen Geflecht aus Stroh umwickelt.
Das Label besitzt gezackte RÀnder, ist meistenteils schwarz und besitzt beinahe unauffÀllige graue Strichzeichnungen mit Schiffen und karibischer Fauna.
Gut die HĂ€lfte des Labels wird mit dem goldenen Logo, dem dazu gehörigen Namen “Plantation Rum” und dem ebenfalls goldenen Hinweis “Single Cask” bedeckt.
Unter dem Logo wird das Label durch eine hellblaue Banderole durchbrochen. Wir lesen “Guatemala XO”, sowie den Hinweis auf die 6 monatige Reifung in Amburana FĂ€ssern.
Unter der hellblauen Banderole sehen wir ein kleines Schild, dass uns ebenfalls auf FĂ€sser hinweist: “Mehrere Jahre in Bourbon-FĂ€ssern gelagert” und “1 Jahr in XY-FĂ€ssern” heißt es dort.
Ich halte die Flasche mit der Nummer XY aus dem Fass XY in der Hand. Diese Flaschen sind limitiert und durchnummeriert.

Nun bin ich aber auf den Geruch und den Geschmack gespannt.

Nase:
Obwohl der Rum 50% FassstĂ€rke besitzt, riecht er nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig scharf, wenn auch voluminös und fruchtig herb, nach Holz und sehr angenehm wĂŒrzig. Man merkt ihm die langen Reifungen und die EinflĂŒsse der unterschiedlichen FĂ€sser deutlich an.

Prost!

Geschmack & Abgang:
Der Geschmack ist sehr komplex, langanhaltend, voluminös – WOW! Ich schmecke WĂŒrze, eine gewisse herbe Trockenheit, gepaart mit Holz, dann eine sehr interessante Fruchtigkeit mit angenehmer sĂŒĂŸen Note, gefolgt von Holz und einem herben Beiklang. Trotz seines hohen Alkohol-Anteils schmeckt er nicht alkoholisch scharf, sondern aromatisch, komplex, voluminös und sehr angenehm.

Fazit:
Wer etwas Besonderes sucht, ist hier richtig aufgehoben!
Mit dem Guatemala XO Amburana Rum erhĂ€lt man einen Rum, der lange gereift ist, aus einem Fass stammt und stark limitiert ist. Sein Amburana-Finishing ist etwas ganz Besonderes und macht ihn zu einem sehr ausgefallenen, seltenen Geschenk. FĂŒr Sammler ist die Flasche natĂŒrlich ein Muss, aber Genießer des feinen Geschmacks sind mit ihm ebenfalls sehr gut beraten. Ihr findet im Guatemala XO Amburana Rum einen edlen Vertreter seines Hause, der der Marke Plantation wieder mal alle Ehre macht.