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Mount Gay Rum 1703 Black Barrel 43% | Rum-Tasting 🥃 Small Batch Handcrafted Rum 🔊

Den Begriff “Gay” bringen viele sofort mit dem englischen Wort für “Homosexualität” in Verbindung. Der namengebende Berg meines heutigen Rums ist aber, anders als er es im ersten Moment vermuten lässt, keine Pilgerstätte der heutigen Regenbogen-Bewegung, sondern blickt zurück auf eine der ältesten Rum-Traditionen und hat eine ganz andere Bewandtnis.
Was es also auf sich hat mit dem Rum des “Mount Gay” und warum es sich bei ihm um einen wirklich besonderen Rum handelt, von dem Ihr auf jeden Fall gehört haben müsst, erfahrt Ihr hier.

Heute taste ich für Euch den Mount Gay Rum 1703 Black Barrel.

3.5/5
Süße
1.5/5
Würze
4.5/5
Milde
1/5
Frucht
2/5
Rauch
2/5

Den Namen “Barbados” hat die Insel übrigens ihren Inquisitoren zu verdanken, die sich durch die Wurzeln der ansässigen Feigenbäume an herabhängende Bärte, spanisch “Barbudo”, erinnert fühlten.
Die Insel ist, anders als ihre Nachbarinseln keine Vulkan-Insel, sondern ein Kalksteinplateau, dessen Basis, der Kalkstein, sich aufgrund seines sehr hohen Mineralgehalts vorzüglich für die Produktion von Zuckerrohr eignet.
Barbados gilt unumstritten als “die Wiege des Rums” und das obwohl Zuckerrohr bereits viel früher auf Hispaniola bzw. in der Dominikanischen Republik angepflanzt wurde.

Wenige Jahre nach der ersten Pflanzung des Zuckerrohrs wurde 1703 die Mount Gay Distillery auf der Anhöhe des heutigen “Mount Gay” gegründet. Sie ist heute die älteste noch existierende Rum Destillerie der Welt und damit etwas sehr besonderes in der Welt des Rums.
Die Anhöhe, auf der die Destillerie gegründet wurde, trug ihren heutigen Namen jedoch nicht von Anfang an: Noch im 17. Jahrhundert hieß sie “Mount Gilboa”. Auf ihr wurden zu dieser Zeit fünf kleine Zuckerrohr Plantagen gegründet.
Anfang des 18. Jahrhunderts kaufte William Sandiford das Gebiet und mit ihm nach und nach alle Plantagen. Nach seinem Tod verkaufte sein Sohn alles an die Investoren John Sober und dessen Sohn Cumberbatch. Da die beiden jedoch in England saßen, ließen sie das Land von einem Freund Cumberbatch´s, Sir John Gay Alleyne bewirtschaften. Nach dem Tod Alleyne´s möchte Cumberbatch seinen Freund ehren und die Anhöhe für ihn am liebsten in “Mount Alleyne” umbenennen. Einen Mount Alleyne gibt es aber zu der Zeit bereits, woraufhin er sich für den Namen “Mount Gay” entschied.

Beim Mount Gay Rum in der 1703 Black Barrel Edition handelt es sich um einen Rum, der aus einfach destilliertem column still Rum und zweifach destilliertem pot still Rum geblendet und anschließend in stark ausgebrannten Eichenfässern für mehrere Jahre gelagert wurde.

Man kann ihn seit 2012 in den USA und zwei Jahre später auch in Europa kaufen. Er kommt in einer Trinkstärke von 43% Vol., auf die er mit Quellwasser aus Barbados gebracht wurde, das speziell durch Korallen gefiltert wurde.

Machen wir die Runde um die Flasche:
Die auffallend hohe, schlanke Weißglasflasche ist eigentlich eher flach denn bauchig. Ihr auffallend langer Flaschenhals ist beinahe nochmal so lang, wie die ihm darunter folgende Flasche selbst.
Das aufgeklebte Label ist schlicht in Schwarz und Weiß gehalten. Auf mehr als einem Drittel des Labels lesen wir in großen weißen Buchstaben auf schwarzem Grund “Mound Gay 1703 Barbados Rum”, darunter in kleiner schwarzer Schrift neben einer gezeichneten Landkarte Barbados “Black Barrel – Small Batch Handcrafted Rum”. Zusätzlich finden wir viele klein geschriebene Informationen: Die Nummer der Flasche, Angaben zum Fass und der Region, die Erwähnung der Korallen-Filterung, sowie sie Unterschrift des Master Blenders.

Mount Gay Black Barrel
Mount Gay Black Barrel

Unter dem Label, bis zum Boden der Flasche ist der Name in großen Buchstaben haptisch auf das Glas geschrieben: “Mount Gay Distilleries – Est. 1703”.
Auf der Rückseite der Flasche sind noch einmal zwei Labels angebracht, auf denen wir Informationen über den Rum und die Destillerie erhalten und mehr über den Charakter, den Geschmack und die Nase erfahren.
Und darum soll es nun gehen, wir öffnen die Flasche.

Nase:
Ich rieche im ersten Moment fruchtige Vanille, die von einer angenehmen alkoholischen Schärfe getragen und durch ein feines Raucharoma ergänzt wird. Zu dem gesellen sich eine leichte Süße und ein angenehmes Volumen.

Geschmack & Nachklang:
Mich empfängt eine sehr milde Süße, mit Noten von Vanille, Banane, Trockenfrüchten und einem Hauch von Röstaromen. Er ist würzig, reichhaltig, weiterhin sehr mild, mit einer Idee von Karamell. Auch im Abgang ist er sanft und verabschiedet sich mit einem leicht holzigen beinahe trockenen Nachklang.

Fazit:
Der Mount Gay 1703 Black Barrel macht seinem Namen alle Ehre.
Unheimlich facettenreich präsentiert er sich anfangs von seiner milden, eher süßen Seite, um dann sehr schnell seine Würzigkeit und sein breites Spektrum an Raucharomen, Karamell und Trockenobst zu entfalten.
Er eignet sich für alle, die einen guten Rum mit Jahrhunderte altem Know-how zu schätzen wissen. Er ist nicht zu süß und trotzdem mild genug um in viele geschmackliche Richtungen Freunde zu finden.

🎧 Videos – RumPod:
Hier findest Du das Tasting-Video dieses Rums als Audio-Podcast aufbereitet und oben kannst Du Dir den Blogbeitrag dieser Seite als “Blog-RumPod” anhören.